Aktuelle Gerechtigkeitsprobleme
Sprachen - Gruppen - Rechte. Ein Beitrag zu den normativen Grundlagen moderner Gesellschaften
In multikulturellen Gesellschaften sind die normativen Grundlagen der Gemeinschaft problematisch geworden. Wegen der Vielzahl der beteiligten Kulturen kann sich die Bindung an einen gesellschaftsübergreifenden Wertehorizont nicht mehr aus einer substantiellen Sittlichkeit ergeben; andererseits vermag aber auch die liberale Ordnung individualistischer, egalitärer, universalistischer Rechte den solidarischen Zusammenhalt von Mitgliedern unterschiedlicher kultureller Provenienz nicht ohne weiteres zu garantieren.
In dem Maße, wie die Ressource einer gemeinsamen Wertbindung schwindet, ist aber die Funktionsfähigkeit demokratischer Gesellschaften bedroht. In einer solchen Situation muß es darum gehen, den Begriff einer "posttraditionalen Gemeinschaft" (Honneth) zu entwickeln, der einerseits geeignet ist, die liberalen Prinzipien der Gesellschaft als konstitutive Elemente einer gemeinsamen politischen Kultur auszuweisen, der andererseits aber auch jene kulturellen Voraussetzungen mitbedenkt, auf die je partikulare Entwürfe des guten Lebens zurückgreifen können müssen.
Die Motive Armut und Reichtum in der Kinder- und Jugendliteratur - ein Beitrag zur Werteerziehung
Das Problem der Armut von Kindern und Jugendlichen ist, wie das Forschungsprojekt von Dr. Elke Feustel darlegt, ein zentrales Thema der gesellschaftspolitischen Gegenwartsdiskussion. Die Datenlage ist alarmierend: Alle drei Sekunden stirbt gegenwärtig in den Entwicklungsländern ein Kleinkind unter fünf Jahren an einer armutsbedingten Krankheit und deren Folgen, rund ein Viertel aller Kinder unter fünf Jahren weltweit sind unterernährt, geschätzte 250 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren mussten im Jahr 2000 durch Kinderarbeit zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen.
Sinn für Ungerechtigkeit - ethische Argumentationen - globale Ordnungen
Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover und das Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Universität Münster tragen gemeinsam ein "Forschungslaboratorium" zum Thema
Sinn für Ungerechtigkeit - ethische Argumentationen - globale Ordnungen
Eingeladen wurden ca. 30 jüngere Wissenschaftlern/innen, die am Thema arbeiten. Die Gruppe ist interdisziplinär und überkonfessionell zusammengesetzt, so dass Binnendiskurse vermieden werden und möglichst interessante und anregende Kontroversen und Kooperationen entstehen können.
Menschenrecht auf Bildung
Seit März 2006 werden unter dem Titel „Das Menschenrecht auf Bildung“ grundlegende Fragen der Bildungsgerechtigkeit in einer Kooperation des fiph mit der Universität Bamberg bearbeitet. Dabei werden – als Beitrag zur anwendungsorientierten Grundlagenforschung – zwei Ziele verfolgt:
Positive Pflichten
Ausgangspunkt des Projektes von Corinna Mieth
ist die Frage, welche positiven Pflichten wir in Hinblick auf das
Weltarmutsproblem haben. Daraus ergibt sich eine Unterscheidung vier
verschiedener Arten von positiven Pflichten und ihrer jeweiligen
Reichweite: Fürsorgepflichten, Nothilfepflichten,
Wohltätigkeitspflichten und Gerechtigkeitspflichten. Ziel des Projekts
ist die Bestimmung derjenigen positiven Pflichten, die sich auf soziale
Menschenrechte beziehen. Meine These ist, dass diese positiven
Pflichten Gerechtigkeitspflichten sind.
Workshop zu Weltarmut und positiven Pflichten
Am 25. April fand im Forschungsinstitut ein workshop zum Thema "Weltarmut und positive Pflichten" statt. Das Programm des workshops finden Sie hier.
Internationale, ökonomisch bedingte Migration
In diesem Forschungsprojekt der "Sachverständigengruppe Weltwirtschaft und Sozialethik" unter Leitung von Gerhard Kruip wurde die Arbeitsmigration auf internationaler Ebene analysiert. Dabei lag das Ziel der Studie auf der sozialethischen Reflexion des internationalen Migrationsgeschehens und der Erarbeitung von Empfehlungen, wie dieses unter den ökonomischen Gegebenheiten human zu gestalten sei. Inzwischen ist die Studie unter dem Titel "Ökonomisch motivierte Migration zwischen nationalen Eigeninteressen und weltweiter Gerechtigkeit" (Bonn 2005) veröffentlicht.