Menschenbild und Ethik - Archiv
Bildung in wechselseitiger Anerkennung und gesellschaftliche Verantwortung. Philosophische und erziehungswissenschaftliche Implikation eines integralen Verständnisses von Qualität in der Hochschulbildung
Die Universität als Akademie und Zentrum für wissenschaftliche Forschung kann gleichzeitig eine Institution, eine Organisation und/oder eine Gemeinschaft sein. Andererseits wird oftmals im Zusammenhang mit der universitären Ausbildung die Professionalisierung von Personen als Priorität gesehen. Dies wird so verstanden, dass die Universität die Personen für die Arbeitswelt und wissenschaftliche Entwicklung ausbildet; ich meine aber, dass die Universität im Allgemeinen notwendigerweise auch dazu berufen ist, eine Beziehung mit ihrer sozialen Realität herzustellen und auf sie dergestalt zu reagieren, die Professionellen als Menschen zu formen, die sie befähigt, ihre Gesellschaft verantwortlich zu leiten.
Unter den gegenwärtigen Universitäten jedoch konzentrieren verschiedene Institutionen des Höheren Bildungswesens ihre Bemühungen auf die Professionalisierung und Weitergabe der Wissenschaft, und verweisen die menschliche, ethische und soziale Formung auf den zweiten oder letzten Platz; es ist möglich, dass sich von der sozialen und ethischen Ebene Probleme herleiten, sobald die Professionellen ihre Arbeit ausüben, ohne dass eine Verbindung zu ihrer Gesellschaft und deren Probleme besteht, und, ohne den Bezug oder die Überlegung ethischer Art, bezüglich dessen, was sie tun müssen oder nicht tun müssen.
Angesichts dieser Problematik hebe ich das Ideal der Katholischen Universitäten unter der Apostolischen Konstitution seiner Hochwürden Papst Johannes Paul II für die Katholischen Universitäten hervor, die die Arbeit dieser Universitäten als Konzentration auf die Suche nach der Wahrheit und ihrer interessenlosen Weitergabe ansieht, um mit Rechtschaffenheit zu wirken und der Gesellschaft zu dienen, – im Terminus des Papstes – zum Dienste des Menschen.
Andererseits erlangt eine traditionell wissenschaftliche und akademische Universität ihr Prestige im Rahmen dieser Aktivitäten, und es ist wahrscheinlich, dass sie ihr Prestige nicht aufs Spiel setzen will, indem sie andere Formen der Ausbildung probiert; im Hinblick darauf, zeigt Wolff Dietrich Webler, unter Berücksichtigung historischer Gegebenheiten, die große Bedeutung der Forschung, im Rahmen der Aktivitäten im deutschen Höheren Bildungswesen.
„Die Hauptgründe für diese Prestige-Hierarchie, so wie man sie im Höheren Bildungswesen antrifft, und so wie sie in eine gespannte Beziehung mit den öffentlichen Erwartungen Einzug hält, sind historischer Natur. Die Orientierung der akademischen Aufgaben sollte sich primär dem Ausbildungsprozess zuwenden, seit die internationale Perspektive in einem negativen Sinn wahrgenommen wurde, und dies, eine Charakteristik der Differenzierung des Status zwischen den Universitäten ist.“
Die Frage ist: Garantiert die bloße Forschung und Weitergabe der Wissenschaft auf individualistischem Niveau der Professionalisierung, die Formierung der Person? Die Antwort könnte abschlägig sein, wenn wir die Deutung von Apel in Erwägung ziehen, dass die Komplementierung, zwischen einer objektivistischen Wissenschaft und einem subjektivistischen Existentialismus, letztlich das Auftauchen oder die Entwicklung einer Ethik solidarischer Verantwortlichkeit, nicht gestattete.
Seit der Arbeit der Universität im Allgemeinen und der Arbeit der Katholischen Universität Bolivien – UAC im Speziellen, ist die Sorge zur geistigen Erarbeitung gewisser Konzepte geboren, die uns beim Überdenken der Universität helfen. Einer Universität mit Sozialer Qualität, wo es bereits eine Dimension gibt, könnte die Universität im Allgemeinen auf ihre Gesellschaft, mit der Formierung von Personen in menschlicher, kritisch-reflexiver und ethischer Hinsicht antworten, und mit deren Fähigkeit, dialogisch und positiv in der sozialen Realität, mit ihrem menschlichen und professionellen Handeln beitragen.
In Erwägung des formativen Ideals von die Katholischen Universitäten, unter Heranziehung der Anstrengungen der Katholischen Universität Bolivien-UAC als Beispiel, und der Suche nach einer Erachtung und Reflexion, mit einer philosophischen, ethischen und erzieherischen Vision, erachte ich, dass das Problem der Forschung auf der Frage beruht: Wie muss der Begriff Bildung in wechselseitiger Anerkennung und gesellschaftliche Verantwortung erwogen werden, dergestalt, dass diese eine theoretische, philosophische Unterstützung für die Erlangung eines Höheren Bildungswesens mit sozialer Qualität annehmen?
Durch sein Studium der „Diskursethik“, der „unbegrenzten Kommunikationsgemeinschaft“, der „Aktionsorientierung am Verständnis“, des „Vollständigkeitsprinzips“ und der „Verantwortungsethik“ von Apel und Habermas sowie seiner Bewertung der „Dialoggemeinschaften und philosophischen und ethischen Nachforschungen“, entwickelt von Matthew Lipman, hofft Rodrigo Lisarazú Borda Antworten auf die vorhergehende Frage zu finden.