Positionen
Abschiedsvorlesung Gerhard Kruip: Der Vernunftbegriff Benedikts XVI.
Nach neun Jahren als Direktor des FIPH verabschiedete sich Gerhard Kruip am 08. Juni 2009 mit einer öffentlichen Vorlesung mit dem Titel "Glaube – Moral – Vernunft. Der Vernunftbegriff Benedikts XVI. im Kontext aktueller Debatten um Christentum und Moderne" in der Clemenskirche Hannover.
Papst Benedikt XVI., hat sich bei verschiedenen Gelegenheiten zum Verhältnis von Glaube, Moral und Vernunft geäußert und dabei die Vernunft erfreulich stark gemacht – eine Vernunft allerdings, die sich Fragen des Glaubens und der Moral gegenüber nicht verschließen dürfe, also mehr sein müsse als technische, instrumentelle oder strategische Rationalität. Wer freilich die Vernünftigkeit der Moral und des Glaubens
betont, muss auch bereit sein, sich vernünftigen Argumenten im Diskurs zu stellen. Wer jedoch darüber hinaus beansprucht, dass die Vernunft und die Moral selbst auf den Glauben angewiesen sind, könnte in die Gefahr geraten, bestimmte Glaubensperspektiven über die Vernunft zu stellen, was im Dialog zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen zu Problemen führen dürfte. Schließlich ist durch die spätmoderne Vernunftskepsis der Rekurs auf die Vernunft selbst in Misskredit geraten.
Vollständiges Manuskript des Vortrags