Symposien und Tagungen - Archiv
8. Workshop Ethik
16. bis 18. März 2009
Call for Papers
Moralische Gefühle und moralischer Realismus
Wirklichkeit und Erkennbarkeit der Moral
Martin-Niemöller-Haus, Arnoldshain/Taunus
Zum achten Mal laden wir zum WORKSHOP ETHIK ein, der sich als Diskussionsforum über die Grundlagen ethischer Reflexion versteht und mit dem wir Ethiker/innen verschiedener Disziplinen über metaethische Fragen ins Gespräch bringen wollen. Im WORKSHOP ETHIK 2009 werden Fragen einer Erkenntnistheorie und Ontologie der Moral im Mittelpunkt stehen.
Woher wissen wir, was moralisch richtig ist? Die meisten Menschen haben moralische Gefühle und Intuitionen. Aber wie sicher können wir uns sein, dass sie uns eine verlässliche Orientierung in moralischen Fragen geben? In den Ethik-Theorien werden diese Fragen unterschiedlich beantwortet. Diejenigen Theorien, welche die Frage nach moralischer Richtigkeit durch Bezug auf eine Natur des Menschen zu entscheiden versuchen, stehen in der Gefahr des naturalistischen Fehlschlusses. Wer normative Sätze aus deskriptiven Sätzen ableitet, schließt in logisch unzulässiger Weise vom Sein auf das Sollen. Wer einer Konsenstheorie moralischer Richtigkeit anhängt, droht das moralisch Richtige auf bloße Übereinkunft oder ein (beliebiges?) Ergebnis von Verhandlungen zu reduzieren. Wo bleibt da die Frage nach dem „objektiv“ Richtigen? Die Rawls’sche Rede vom „Überlegungsgleichgewicht“ ist möglicherweise wenig mehr als eine Verlegenheitslösung, um darüber hinwegzutrösten, dass wir eigentlich nicht wissen, wie wir zu moralischer Einsicht gelangen. Die genannten erkenntnistheoretischen Probleme der Moral hängen auch mit dem ontologischen Status moralisch richtiger Sätze zusammen. Haben sie eine Existenz außerhalb des menschlichen Geistes und wenn ja, wie ist ihre Realität dann zu beschreiben? Sind die Positionen eines moralischen „Realismus“, wie sie jüngst wieder verstärkt diskutiert werden, überzeugend?
Am WORKSHOP ETHIK werden mit Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt, Prof. Dr. Peter Schaber und Prof. Dr. Dieter Schönecker Wissenschaftler/innen teilnehmen, die sich bereits als Expert/innen zu diesen Fragen einen Namen gemacht haben. Alle weiteren Statements werden von den Teilnehmern/innen selbst übernommen.
Wir laden Sie herzlich ein, die Diskussionen beim achten Workshop Ethik durch ein 20-minütiges Referat anzuregen. Bitte schicken Sie uns den Titel und die wesentlichen Inhalte Ihres Referates bis zum 1.12.2008 auf ein bis zwei DIN A4-Seiten per e-mail an cfp@workshop-ethik.de. Aus den Einsendungen werden wir geeignete Referate auswählen. Die Teilnehmer/innen, die ein Referat übernehmen, müssen keine Tagungsgebühr bezahlen und erhalten eine Fahrtkostenerstattung. Wenn Sie kein Paper einreichen wollen, aber an einer Teilnahme interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf, damit wir Ihnen eine Einladung und das Tagungsprogramm zuschicken können.
Es wäre schön, mit Ihnen beim achten Workshop Ethik ins Gespräch zu kommen!
Den vollständigen Call for Papers mit einer Liste der Veranstalter finden Sie als pdf-Datei hier.