Laufende Reihen und Buchpublikationen
Preisschriften
-
Macht Liebe sehend?
Thomas M. Schmidt (Hg): Macht Liebe sehend? Reihe: Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Bd. 6, Göttingen 2010, 142 S.
ISBN-978-3-8353-0745-2
19,00 EuroLiebe macht blind, sagen Volksmund und gesunder Menschenverstand. Philosophie dagegen soll die Augen öffnen, erhellen und aufklären. Die Frage, ob Liebe sehend macht, irritiert also erst einmal, wenn sie philosophisch beantwortet werden soll. Philosophische Reflexion erscheint kühl und rational, bemüht um Einsicht und Distanz. Aber Philosophie leistet nicht nur Aufklärung durch Abklärung, sondern lebt die Leidenschaft der Erkenntnis - sie ist Liebe zur Weisheit.
So deuten die philosophischen Essays von Chiara Piazzesi, Stanislas Bigirimana und Jannis Oberdieck in diesem Buch die Spannung zwischen subjektiver Liebe und objektiver Erkenntnis nicht als unversöhnlichen Gegensatz. Philosophie, wie sie hier betrieben wird, verknüpft das naturwissenschaftliche, auf Objektivität und Erklärung ausgerichtete Bild vom Menschen mit unserer Selbsterfahrung als fühlende, handelnde und erlebende Wesen. Liebe und Erkenntnis bilden hier keinen unversöhnlichen Gegensatz. Liebe macht sehend!
Aus dem Inhalt:
Chiara Piazzesi: Macht Liebe sehend? Versuch einer Umdeutung der ,angeblichen' Blindheiten der Liebe
Stanislas Bigirimana: Macht Liebe sehend? (englischsprachiger Beitrag)
Jannis Oberdieck: Die Philosophie und die Liebe. Emotionale vs. rationale Grundlagen von Erkenntnis
-
Kann es heute noch gerechte Kriege geben?
Christian Starck (Hg.): Kann es heute noch gerechte Kriege geben? Reihe: Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Bd. 5, Göttingen 2008, 162 S.
ISBN-978-3-8353-0261-2
19,00¤In Zeiten von Massenvernichtungswaffen, terroristischen Angriffen, Vertreibungen und Völkermord - wie könnte eine Weiterentwicklung der »Lehre vom Gerechten Krieg« heute aussehen?
Während des Kalten Krieges hielten viele die traditionelle »Lehre vom Gerechten Krieg« für überholt. Völkermorde und Vertreibungen am Ende des 20. Jahrhunderts führten jedoch zu einer Relativierung dieser Einschätzung.
Was sind die Bedingungen für eine moralisch begründete »humanitäre Intervention«? Wer darf auf der Grundlage welcher Verfahren, Entscheidungen über die Zulässigkeit von Kriegen treffen? Gibt es eine adäquate Weiterentwicklung der »Lehre vom Gerechten Krieg« und wie könnte diese aus sehen? Darauf geben die drei Preisschriften unterschiedliche Antworten:
Daniel Meßelken zeigt, dass gegenwärtige Veränderungen in der Kriegsführung die Anwendbarkeit der Kriterien der klassischen »Lehre des Gerechten Krieges« nicht prinzipiell ausschließen.
Nach Oliver Hidalgo lässt sich die Verletzung sittlicher Prinzipien, die mit jedem Krieg verbunden ist, jedoch weder ethisch begründen noch semantisch bemänteln. Philosophische Reflexion zwingt zu dem Eingeständnis, dass es aus dem ethischen Dilemma des Krieges niemals ein moralisch korrektes Entrinnen gibt.
Christoph Henke fordert schließlich, die »Lehre vom Gerechten Krieg« auf der Grundlage des vorhandenen Kriegsvölkerrechts zu modernisieren und zu erweitern.
-
Braucht Werterziehung Religion?
Hans Joas (Hg,): Braucht Werterziehung Religion? Reihe: Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Bd.4, Göttingen 2007, 141 S.
ISBN-10: 3-8353-0190-X
19,00¤
Welche philosophischen Gründe sprechen für - und welche gegen religiöse Erziehung?
Sollen Eltern, auch areligiöse, ihre Kinder religiös erziehen, um ihnen stabile Werte zu vermitteln? Oder wird die Freiheit eines Kindes durch religiöse Erziehung eingeschränkt?Hans G. Nutzinger und Anja Stöbener führen aus, dass Religion schon in frühen Lebensjahren ein Prüfstein sein kann, um die eigenen Werte kritisch zu reflektieren - und so gleichzeitig Offenheit für die Werte anderer Menschen zu bewahren. Für Stefan Meyer-Ahlen liegt die Relevanz von Religion in den »Dimensionen« Verantwortlichkeit, Relation, Freiheit, Akzeptanz, Versöhnung und Orientierung. Aus deren Bedeutung erwächst für Staat und Gesellschaft die Verpflichtung, eine freiheitliche Wertentwicklung und Werterziehung in der Schule zu ermöglichen. Douglas R. McGaughey plädiert dafür, dass Religion die persönliche moralische Verantwortlichkeit integrieren und eine Form von Vergeben enthalten sollte, die in der Freiheit und der Integrität des Menschen gründet.
-
Wo hört die Toleranz auf?
Christian Starck (Hg.): Wo hört die Toleranz auf? Reihe: Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Bd. 3, Göttingen 2006, 130 S.
ISBN-10: 3-8353-0190-0
19,00¤
Kaum jemand bestreitet, dass Toleranz für ein friedliches Zusammenleben in einer Welt zunehmender Pluralität unerlässlich ist. Doch bedeutet eine Kultur der Anerkennung über Differenzen hinweg, dass beliebige Standpunkte und Handlungen toleriert werden müssen?
Ludger Jansen sieht die Grenzen des Toleranzbegriffs vor allem bestimmt durch Klugheitsargumente und durch Gerechtigkeitsforderungen sowie aus essentialistischen Gründen, die sich aus dem Wesen des Tolerierten und des Tolerienden ergeben. Franz Domaschke macht deutlich, dass es mehr als einen begründungsfähigen Begriff von Toleranz geben kann.
-
Welt ohne Tod - Hoffnung oder Schreckensvision?
Hans-Joachim Höhn (Hg.): Welt ohne Tod - Hoffnung oder Schreckensvision? Reihe: Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Bd. 2, Göttingen 2004, 176 S.
ISBN-10: 3-89244-818-3
19,00¤
Fortschritte in der Biotechnologie und Medizin wecken Hoffnungen auf Lebensverlängerung, vielleicht sogar auf die Überwindung des Todes. Die Preisträger der Preisfrage »Welt ohne Tod Hoffnung oder Schreckensvision?« sind skeptisch, ob eine Welt ohne Tod wirklich wünschenswert wäre.
Den Tod zu überwinden gehört zu den ältesten Hoffnungen der Menschheit. Literarische Werke beschäftigen sich mit der Vision einer »Welt ohne Tod«. Die Heilsverheißungen der meisten Religionen beinhalten den Gedanken einer Überwindung des Todes. Zugleich ist es aber Teil menschlicher Lebensweisheit, daß die Grenze, die der Tod dem Leben setzt, dem menschlichen Dasein einen besonderen Wert gibt. Fortschritte in der Biotechnologie und Medizin wecken Hoffnungen auf eine technische Abschaffung des Todes, zumindest eine erhebliche Lebensverlängerung. Aber wäre dies wünschenswert? Die Preisträger der Wissenschaftlichen Frage 2003 des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover sind demgegenüber äußerst skeptisch.Héctor Wittwer beurteilt die Frage aus utilitaristischer Sicht und betont, daß eine Welt ohne Tod durchaus ambivalent anzusehen wäre. Nach Gunnar Hindrichs liefe die Abschaffung des Todes auf die Verdinglichung des Menschen und den Verlust seines Subjektseins hinaus, weil der Tod und die Unverfügbarkeit über das eigene Leben konstitutiv zu diesem Subjektsein gehört. Das bedeutet andererseits nicht den Versuch, dem Tod seinen Schrecken zu nehmen, denn nur als unbeschönigter ist er eine Bedingung des Subjektseins. Dirk Stedroth vertritt die These, daß die Beantwortung der Frage, ob eine Welt ohne Tod eine Hoffnung oder eine Schreckensvision darstellt, ganz davon abhängt, wie wir unser gegenwärtiges Leben beurteilen. Da dieses Urteil, wenn man Adorno, Anders und anderen folgt, alles andere als positiv ausfallen muß, bleibt die Hoffnung auf eine Welt ohne Tod gebunden an die Hoffnung an ein wahrhaft menschliches Miteinander, die die Menschen seit jeher hegen.
-
Was sind religiöse Überzeugungen?
Hans Joas (Hg.): Was sind religiöse Überzeugungen? Reihe: Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Bd.1, Göttingen 2003, 152 S.
ISBN-10: 3-89244-706-3
19,00¤
Die drei Preisträger beleuchten, was religiöse Überzeugungen ausmacht und wie sie sich von Erkenntnissen autonomer Vernunft unterscheiden.
Was sind religiöse Überzeugungen? Hintergrund dieser Wissenschaftlichen Preisfrage des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover ist nicht so sehr die Überlegung, dass sich heute keine religiösen Überzeugungen mehr finden ließen. Vielmehr ist die Frage von Interesse, was religiöse Überzeugungen charakterisiert und wie sich religiöse Überzeugungen von anderen Überzeugungen, vornehmlich aber von den Erkenntnissen autonomer Vernunft, unterscheiden.Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die folgenden Aspekte gerichtet werden: ob sich durch bestimmte Kriterien »falsche« religiöse Überzeugungen von anderen abgrenzen lassen; ob religiöse Überzeugungen grundsätzlich nur individuelle Überzeugungen sind und schließlich, ob es etwas gibt, was den verschiedenen religiösen Überzeugungen gemeinsam ist.
Die Autoren haben die Frage unterschiedlich beantwortet. Allen Autoren ist aber gemeinsam, dass sie sich spürbar in einer intellektuellen Auseinandersetzung mit der pluralistischen Religionstheologie befinden, d.h. mit der Annahme, dass sich die verschiedenen Religionen gewissermaßen gleich weit entfernt befinden von den letzten Wirklichkeiten.